In Wermuths Würgegriff

Mitte Juni ist über das CO2-Gesetz abzustimmen. Ein Gesetz, das insbesondere KMU-Betriebe finanziell äusserst hart trifft – nachdem ihnen schon die mit Corona begründete Wirtschafts-Stilllegung schwerste Einbussen beschert hat. Handwerker, die Aufträge mit Werkzeug und Material nur per Kleintransporter ausführen können, werden massivst zur Ader gelassen. Oder sollen sie ins Tram umsteigen?

Gewehr bei Fuss

Hat der Gewerbeverband die Unterschriftensammlung fürs Referendum gegen dieses Schröpfgesetz noch massgeblich mitgetragen, so zieht er sich jetzt im Blick auf die Abstimmung zurück aus dem Kampf: «Stimmfreigabe» heisst seine Parole. Einige Schlaumeier unter den Verbandsfunktionären haben sie durchgedrückt.

Diese Schlaumeier – sie administrieren die Branchenverbände der Heizungsmonteure, der Sonnenkollektoren-Lieferanten, der Isolations-Spezialisten usw. – versprechen ihren Mitgliedern, das neue Gesetz sichere ihnen lukrativste Aufträge. Obrigkeitlich würden Milliarden eingesetzt, um Ölheizungen aus Häusern herauszureissen und durch neue «klimafreundlichere», weit teurere Anlagen zu ersetzen. Wer da einsteige, könne sich eine goldene Nase verdienen. Obrigkeitliche Verlockungen, denen Verbandsfunktionäre nicht widerstehen können. So wird im Lande Schweiz sündenteurer Regulierung freie Bahn bereitet.

Dass Gewerbler aus anderen Branchen unter den neuen Auflagen schwer zu ächzen haben – tant pis! Was kümmert das die Funktionäre der Heizsystem-Branche? Die Obrigkeit hat die Umstellung befohlen – für alle. Die Inhaber der Montagefirmen können sich erwartungsfroh die Hände reiben.

Staatsaufträge

Die Verbands-Schlaumeier – schon in vermeintlichen, auch ihre Saläre beflügelnden Profiten badend – übersehen eine Kleinigkeit: Es ist nicht der Markt, der da Aufträge vergibt. Die Obrigkeit verpflichtet zu diesen Umstellungen. Umverteilungsfunktionäre befehlen, nicht Marktbedürfnisse.

Glaubt irgend jemand im Ernst, rot-grüne Umverteilungsbürokraten hätten anlässlich ihrer Befehlsausgabe zur Umrüstung aller Häuser auch nur während einer einzigen Sekunde attraktive Gewinnchancen der Montagefirmen ins Visier gefasst, von welchen die Verbandsfunktionäre der Montagefirmen heute schwärmen? Nicht Gewinne aus erfolgreicher Tätigkeit lösen diese neuen Investitionen aus. Diese sind Resultat von Obrigkeitsverfügungen. Das Geld für die teuren Umrüstungen wird den Bürgern, den Steuerzahlern sowie – mithilfe saftiger Gebühren – den Leistungsträgern abgeknöpft. Tausende von Franken jährlich, Gewinnchancen von Unternehmern massiv begrenzend.

Wen trifft’s?

Und dies zu einem Zeitpunkt, da die finanzielle Blutspur aus den Corona-Auflagen voll sichtbar wird. Wo die Arbeitslosigkeit zunimmt, wo Nebenjobs (Home Office macht tausende Reinigungspersonen überflüssig!) drastisch schrumpfen – jene treffend, die ohnehin nicht im Geld schwimmen.

Glaubt jemand im Ernst, die Umverteilungsfunktionäre, die heute das CO2-Gesetz um jeden Preis durchzudrücken suchen, gönnen angesichts der heute viele Steuerzahler einschneidend belastenden Umstände den Montagefirmen der Häuser-Umrüstung satte Gewinne, resultierend aus der Auspressung der Bevölkerung?

Das Konzept

Cédric Wermuth, selbsternannter Chefideologe des massiven Ausbaus der Staatswirtschaft, hat in einem neuen Buch soeben dargelegt, was Links-Grün anvisiert: Es ist der Umbau der heute noch einigermassen freien Marktwirtschaft in eine streng regulierte Staatswirtschaft. Damit der DDR-Geruch vom Vorhaben ferngehalten werden kann, hat Wermuth den Begriff «Staatswirtschaft» einfach durch «Service public-Revolution» ersetzt. Aber es ist das DDR-Modell, das ihm und seinen Genossen vorschwebt. Im Klartext heisst das: Diejenigen, denen heute vorgegaukelt wird, sie könnten aus der Umrüstung aller Häuser auf angeblich «klimagünstigere» Heizungen satte Gewinne erzielen, dürften – so das CO2-Gesetz durchkäme – rasch ernüchtert feststellen müssen: Wo Links-Grün regiert, setzt Links-Grün auch die Preise fest.

Straffe, obrigkeitlich gelenkte Preiskontrolle wird die staatswirtschaftlich befohlene Umrüstung aller Häuser begleiten. Wer dabei zu Arbeit kommt, wird feststellen: Nicht der Markt, die Funktionäre diktieren die Preise für erbrachte Leistungen. Und in einem Staat, wo Rot-Grün auch die Wirtschaft unter seine Knute zwingt, profitieren gewiss nicht diejenigen, die arbeiten, die arbeiten müssen.

In solchem Staat profitieren einzig die Funktionäre. Schliesslich haben sie alle Macht inne.

Ulrich Schlüer

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